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Cocktailgläser im Wandel der Zeit - eine Reise durch die Bargeschichte

Einen Überblick über allerlei Gläser-Arten haben wir mit unserem ‚Aus welchem Glas trinkt man welche Spirituose‘-Artikel bereits verschafft. Die Cocktailgläser, so wie wir sie heute kennen, sahen aber nicht schon immer so aus. Wie sich die Glas-Formen über die Jahre verändert haben, wie die Gläser aussahen, aus denen man um 1870 seine Cocktails geschlürft hat und warum sich zum Beispiel das Martiniglas für den Martini- Cocktail etabliert hat, erfahrt ihr hier.

Der Anfang der Cocktailgläser

Eines ist klar: Das Wort „Cocktail“ entstand irgendwann in den Jahren um 1800. Zum ersten Mal schriftlich erwähnt wurde es 1798 in der Morning Post and Gazetteer. Ein gewisser Mr. Pitt (womit wohl der damalige Premierminister William Pitt gemeint wurde) soll laut der Zeitschrift einen Drink namens Cock-Tail getrunken haben.Das erste bekannte Cocktailbuch erschien erst fast 65 Jahre später im Jahr 1862. Es trug den Titel „Bartender’s Guide - how to mix all kinds of drinks“ und wurde von Jerry Thomas verfasst. In diesem Buch veröffentlichte der Barkeeper eine riesige Sammlung von Cocktail-Rezepten, in denen Drinks inklusive der passenden Gläser angegeben werden.

Welche Gläser gab es damals und werden sie noch benutzt?

Das erste Rezept aus dem Bartender’s Guide ist ein Brandy Punch, der in einem Tumbler serviert werden soll. Ein Bild zeigt allerdings keinen altertumblerWs0o4ub4Z1dCQmodernen, kleinen Tumbler mit dickem Glasboden und gerade nach oben verlaufenden Wänden: Das Glas, das die Illustration zeigt, ist merklich höher, die Wände laufen leicht rundlich nach außen. Es sieht mehr wie ein Wasserglas aus. Aus diesem alten Tumbler trinkt man dem Buch zufolge nahezu alle Punch-Drinks. Im Cocktailbuch „Der Mixologist“ von Carl Seuter (1909) wird zum Beispiel der Whisky Sour in einem genauso aussehenden Tumbler serviert. Heute werden für solche Cocktails lieber Tee-/ oder Bowle-Gläser mit Henkeln verwendet. In Bars füllt man solche Drinks gerne in bauchige Hurricanegläser oder große Tumbler.

Als nächste Kategorie folgen die Juleps. Seit dem Beginn der 20er Jahre werden alterjuleps3HoBPaLJuB7jdiese Cocktails üblicherweise in Silber- oder Kupferbechern serviert. Im ersten Cocktailbuch trinkt man Klassiker wie den Mint Julep aus dem Tumbler, der aussieht wie ein Wasserglas. Im Savoy Cocktail Book (ein ebenfalls bekanntes Cocktailbuch) von Harry Craddock von 1930 werden Juleps in langen Tumblern serviert („use long tumbler“). Diese Gläser könnten den heutigen Longdrinkgläsern geähnelt haben. Im deutschen Cocktailbuch „Der Mixologist“ werden Juleps in geschliffenen Weingläsern serviert.

Das Fancyglas glich einem schmalen Martiniglas

Auch die Fancydrinkgläser sahen damals anders aus: In Jerry Thomas Bartender’s Guide zeigt die Abbildung ein Glas mit kurzem Stiel, dessen Schale mit seinen geraden, spitz nach oben zulaufenden Wänden mehr an ein Martiniglas in umgedrehter Kegelform erinnert. Das heutige Fancyglas oder auch Hurricaneglas ist geschwungen, bauchig, und erinnert an eine Petroleumlampe. Daher kommt auch altesballonglasder Name, denn die mit Petroleum betriebenen Lampen heißen im Englischen „hurricane lamps“. Wenn man sich die im Bartender’s Guide aufgelisteten Cocktails ansieht, zum Beispiel den Tom and Jerry oder den Parisian Pousse Cafe (Curacao, Kirschwasser und Chartreuse), sieht man, dass man damals eindeutig unter Fancydrinks genauso wie unter Fancygläsern etwas komplett anderes verstand als heute. Einige Drinks wie zum Beispiel des Whiskey Crusta, der ähnlich gemixt wird wie die Fancydrinks im Buch, werden sogar in ausgefallenen Weingläsern mit kugelförmigen Kelchen getrunken. Dieselbe Form haben die Gläser, die im deutschen Buch „Der Mixologist“ für Crustas zur Hand genommen werden. Diese Gläser ähneln den Copa Balloons, in die man wohl in Spanien erstmals Gin-Tonic füllte. Dieser Gläser-Trend breitete sich aus und so könnten demnach die alten Gläser mit rundem Kelch Verwandte der Balloongläser sein.

Ein praktischer Klassiker kehrt zurück

Eine Glasform, die früher sehr beliebt war, aber etwas in Vergessenheit geraten ist und sich heute wieder mehr und mehr an Popularität erfreut ist das Nick & Nora-Glas. Diese Art von Gläsern ist nach den Protagonisten aus dem Film „The Thin Man“ von 1934 benannt, die im Film zahllose Martinis aus den schmalen, runden Gläsern mit langem Stiel trinken. Die Form gleicht der der Coupette, das Glas ist lediglich schmaler und höher. So ist es nicht so leicht, etwas aus dem Glas zu verschütten. Die Nick & Nora Gläser werden immer öfter in gehobeneren Bars verwendet. Zum einen, wegen ihres stilvollen Aussehens, zum anderen, weil es einfacher ist, aus dem Glas zu trinken und dabei nicht ein Drittel des Inhalts auf dem Hemd zu verlieren. Wahrscheinlich auch ein bisschen deswegen, weil die bekannte Barfrau Audrey Saunders persönlich diese kleinen Kunstwerke anpries, als sie im Jahr 2005 den New Yorker Pegu Club eröffnete.

Die Tiki-Becher feiern ihre Wiedergeburt

Nicht nur die Nick & Nora Gläser feiern ihr Revival: Die pseudopolynesischen Tiki-Becher sorgen in Bars wieder für Urlaubsfeeling. Diphoto-1515757026668-f01a7685f66ee erste Tiki-Bar öffnete um 1934 am Hollywood Boulevard ihre Türen. Es war die Don the Beachcomber Bar, die nach dem Gründer, der seine Bar mit allerlei Souvenirs aus dem Pazifik dekorierte, benannt wurde. Allerdings dauerte es noch über 20 Jahre, bis die Tiki-Becher in die Tiki-Bars kamen. Erst in den späten 1950er Jahren konnten die ersten Tiki-Becher in Bars bestaunt werden. Nachdem Hawaii im Jahr 1959 zum 50. Bundesstaat der USA wurde, wuchs das Interesse an der polynesischen Kultur zu einem regelrechten Tiki-Hype. In den 60ern eröffneten besonders in den USA noch mehr Tiki-Bars (unter ihnen Drive-In Bars) mit Cocktails wie dem Zombie und Mai Tai im Angebot. Diese wurden wohl in der ersten Tiki-Bar Don the Beachcomber in Los Angeles zum ersten Mal in kunstvollen Tiki-Bechern serviert. Der exakte Ursprung dieser kleinen Kunstwerke ist – wie so oft bei Cocktails und ihren Gläsern – laut dem „The Book of Tiki“ von 2000 und dem „Tiki Modern“ von 2007, unklar. Auf jeden Fall findet man heute die künstlerisch bis kitschig verzierten Becher in den verschiedensten Formen und Farben. Der Tiki-Trend schaffte es bis in die späten 70er Jahre. Ab der Mitte der 90er kommt es bis derzeit zu einer Wiederbelebung des Tiki in Amerika, Europa und Australien.

Das Martiniglas ist ein Kapitel für sich

Deutlich stilvoller als Tiki-Becher sind Martinigläser, die oft als Synonym für Cocktailgläser verwendet werden. Sie zählen ja auch mit der Cocktailschale und dem Margaritaglas zu dieser Kategorie. Diese spitz zulaufenden Schalen mit langem Stiel sah man zum ersten Mal in einer Ausstellung in Paris von 1925. In Filmen der 1920er sieht man, wie die Gläser genauso wie Coupettes zum Trinken von Champagner benutzt werden. Somit war der Namensgeber-Cocktail gar nicht der erste Drink der aus ihnen getrunken wurde. Nach einigen Theorien soll das Martiniglas seine spezifische Form aufgrund der großen Glasöffnung haben. So konnte man während der Prohibiition seinen Drink schnell wegkippen, falls die Polizei kam. Eine deutlich logischere Hypothese ist allerdings, dass diese Form für den Cocktail gewählt wurde, da man für Martinis ein Glas benötigte, das dem Gin mehr Kontaktfläche zur Luft ermöglichte, um seine Aromen besser zu entfalten. So wurden diese konischen Gläser zum Symbol für den klassischsten aller Gin-Cocktails: den Martini. Champagner wird meist auch nicht mehr aus dem Martini-Glas oder der Champagnerschale getrunken, weil sich über die große Kontaktfläche von Getränk und Luft die im Schampus enthaltene Kohlensäure äußerst schnell verflüchtigt. Von Cocktailschalen wie wir sie heute kennen, findet sich in den oben genannten Büchern übrigens noch kein konkreter Beweis. Es wird zwar auf die Verwendung von Cocktailgläsern verwiesen, jedoch sorgt weder eine Abbildung, noch eine Beschreibung für ein Bild, wie diese damals ausgesehen haben. Nur im „Mixologist“ von 1909 werden Cocktailgläser, wie wir sie heute benutzen, abgebildet.

Der Zusammenhang zwischen Eis und Cocktailglas

Im Bartender’s Guide von Jerry Thomas wird bereits in einigen Cocktails Eis zum Kühlen verwendet. Das ist allerdings bis ca. 1950 nichtEis_Eisw-rfel_GlasO4Ch6ecPHDx9s gang und gäbe gewesen. Davor wurden Drinks nicht mit dem Schmelzwasser der Eiswürfel, sondern mit etwas Wasser verdünnt, da Eis noch nicht so leicht wie heute erhältlich war. Mittlerweile sind Eiswürfel beim Kühlen von vielen Cocktails und vor allem von Longdrinks nicht mehr wegzudenken. Ob in einem Drink Eis verwendet wird oder nicht, bestimmt mitunter die Glas-Art, die benutzt wird. Deshalb werden Longdrinks in Longdrink- oder gar den Balloongläsern serviert. Denn mehr Platz bedeutet mehr Eis. Und mehr Eis bedeutet mehr kühlen Trinkgenuss. Cocktails wie zum eispiel der Daiquiri oder Martini sind Shortdrinks und werden schnell getrunken. Sie müssen nicht so lange kühl bleiben und werden deshalb auf Eis geshaket sowie in Cocktailgläsern mit geringerer Füllmenge aufgetischt.

Alte Barmaßeinheiten werden nicht mehr verwendet

In alten Cocktailbüchern (auch im Bartender’s Guide) werden Mengenangaben häufig in ganzen oder halben Weingläsern angegeben. Das lässt schlussfolgern, dass die Weingläser früher viel kleiner waren, als sie es heute sind. Ein modernes Weinglas von Standardgröße fasst nämlich schon gut 250 ml. So viel Anteil an Spirituose (selbst wenn nur ein halbes Weinglas gefordert wird) kann unmöglich in den damaligen Cocktailrezepten verwendet worden sein. Auch alte Maßeinheiten wie Jigger (amerikanisches Whiskymaß) oder Pony (etwas weniger als ein Jigger) werden in den Rezeptbüchern gerne verwendet. Wer damit überfordert ist, kann unsere kleine Umrechnungstabelle als Hilfestellung nutzen. Bis auf den Dash werden alte Barmaßeinheiten in modernen Rezepten kaum noch verwendet. In den europäischen Ländern hat man sich auf die Angabe der Zutatenmengen in Zentilitern oder Millilitern geeinigt. In den USA bevorzugt man die Einheit Unze. 

 

Alte Barmaße umgerechnet in Unzen und Zentiliter
Altes Barmaß Unzen Zentiliter
1 Dash 1/32 oz. 1 Dash/Spritzer
1 Cup 8 oz.  24 cl
Jigger 1,5 oz.  4,5 cl
1 Wineglass 4 oz.  12 cl
1 Split 6 oz. 18 cl
1 Pony 1 oz.  3 cl
1 Sherryglass 1,7 oz.  5 cl

Quellen: EUVS Vintage Cocktail Books Library

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